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Tiergesundheit & FAQ

Vorsorge & Impfungen – häufige Fragen

Vorsorge heißt, Erkrankungen zu verhindern oder früh zu erkennen. Hier beantworten wir Fragen zu Impfintervallen, Kastration, Gesundheitscheck und Chip-Pflicht.

Vorsorge ist individuell: Welche Maßnahmen für Ihr Tier sinnvoll sind, hängt von Alter, Lebensweise und Gesundheitszustand ab.

Wie oft sollte mein Hund geimpft werden?

Das hängt vom Impfstoff und vom Risiko Ihres Hundes ab: Nach abgeschlossener Grundimmunisierung werden manche Impfungen nur alle paar Jahre, andere jährlich aufgefrischt.

Welpen erhalten eine Grundimmunisierung in mehreren Schritten; laut WSAVA-Leitlinie soll die letzte Impfung dieser Serie im Alter von 16 Wochen oder später liegen, gefolgt von einer weiteren Impfung meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. Danach schützen die Core-Impfungen gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis bei Verwendung entsprechender Impfstoffe in der Regel mehrere Jahre. Die Leptospirose-Impfung muss dagegen meist jährlich wiederholt werden. Für die Tollwut gilt die vom Hersteller angegebene Gültigkeitsdauer, die bei Reisen maßgeblich ist.

Ein starres Jahresschema für alle Impfungen ist fachlich nicht begründet. Entscheidend sind Lebensweise, Reisen, Kontakt zu anderen Hunden, Alter und Gesundheitszustand. Den jährlichen Gesundheitscheck empfehle ich dennoch – unabhängig davon, ob eine Impfung fällig ist.

Wie oft sollte meine Katze geimpft werden?

Auch bei Katzen richtet sich die Häufigkeit nach Impfstoff und Lebensstil: Die Core-Impfungen werden nach der Grundimmunisierung oft im Abstand von mehreren Jahren aufgefrischt, Non-Core-Impfungen je nach Risiko.

Kitten erhalten eine Grundimmunisierung, deren letzte Impfung laut WSAVA im Alter von 16 Wochen oder später erfolgt, gefolgt von einer weiteren Impfung im Laufe des ersten Lebensjahres. Danach bestimmen die Leitlinien von WSAVA sowie AAHA und AAFP die Intervalle nach dem individuellen Risiko. Eine reine Wohnungskatze ohne Kontakt zu anderen Katzen hat ein anderes Risiko als eine Freigängerin oder eine Katze, die regelmäßig in einer Katzenpension untergebracht wird.

Gegen Katzenschnupfen kann bei erhöhtem Ansteckungsdruck eine häufigere Auffrischung sinnvoll sein. Die Leukose-Impfung kommt vor allem für Katzen mit Freigang infrage. Wir legen den Impfplan beim jährlichen Gesundheitscheck gemeinsam mit Ihnen fest.

Ab welchem Alter ist eine Kastration sinnvoll?

Einen für alle Tiere gültigen Zeitpunkt gibt es nicht: Bei Katzen wird die Kastration meist um den vierten Lebensmonat empfohlen, beim Hund hängt der passende Zeitpunkt stark von Rasse, Größe und Geschlecht ab.

Katzen können ab etwa vier Monaten geschlechtsreif werden. Für Freigängerkatzen ist die Kastration in Österreich gesetzlich vorgeschrieben, sofern sie nicht zur Zucht verwendet werden. Vorteile sind weniger Revierkämpfe, Streunen und Harnmarkieren sowie ein geringeres Risiko für Gesäugetumoren; nachteilig ist die Neigung zur Gewichtszunahme.

Beim Hund ist die Abwägung differenzierter. Eine Auswertung zu 35 Hunderassen zeigte, dass eine frühe Kastration bei manchen – vor allem großen – Rassen mit mehr Gelenkerkrankungen, bestimmten Krebserkrankungen oder Harninkontinenz bei Hündinnen verbunden war, bei vielen anderen Rassen dagegen nicht. Verhalten, Haltung, Gesundheitszustand und Ihre Lebenssituation fließen ebenso ein. Wir besprechen Vor- und Nachteile für Ihr Tier im persönlichen Gespräch.

Wie oft sollte mein Tier zum Gesundheitscheck?

Für erwachsene Hunde und Katzen empfehle ich mindestens einmal jährlich einen Gesundheitscheck, für ältere Tiere und Tiere mit chronischen Erkrankungen häufiger.

Bei der Vorsorgeuntersuchung geht es nicht nur um Impfungen. Laut den Lebensphasen-Leitlinien von AAHA und AAFP gehören Gespräch, körperliche Untersuchung, Gewicht und Körperkondition, Zahnstatus, Verhalten sowie die Planung von Impf- und Parasitenschutz dazu. So lassen sich Veränderungen früh erkennen, bevor sie Beschwerden verursachen. Für ältere Katzen empfehle ich eine Untersuchung mindestens alle sechs Monate.

Welcher Abstand für Ihr Tier sinnvoll ist, hängt von Alter, Rasse, Vorerkrankungen und Lebensumständen ab. Bei älteren Tieren können ergänzende Untersuchungen wie Blutwerte sinnvoll sein. Auch Kaninchen und Meerschweinchen profitieren von einer jährlichen Kontrolle.

Muss mein Tier gechippt werden?

Ja, für Hunde gilt in Österreich eine Chip-Pflicht; zur Zucht verwendete Katzen müssen ebenfalls gechippt werden, und für Reisen ist der Chip bei Hund, Katze und Frettchen Voraussetzung.

Nach dem Tierschutzgesetz müssen alle in Österreich gehaltenen Hunde von einer Tierärztin oder einem Tierarzt mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden – Welpen spätestens im Alter von drei Monaten, jedenfalls vor der ersten Weitergabe. Innerhalb eines Monats nach Kennzeichnung, Einreise oder Übernahme ist der Hund in der Heimtierdatenbank zu melden; diese Meldung kann auch die Tierärztin oder der Tierarzt übernehmen.

Für Reisen innerhalb der EU sind Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis vorgeschrieben. Auch bei Katzen ohne Pflicht ist ein registrierter Chip sinnvoll, weil entlaufene Tiere so rasch zugeordnet werden können. Das Setzen des Chips dauert nur einen Moment.

Ihr Tier in besten Händen.

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