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Vorsorge & Impfungen

Impfungen für Hund, Katze und Kaninchen

Individuell geplanter Impfschutz nach aktuellen internationalen Leitlinien – so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Was umfasst die Leistung?

Eine Impfung trainiert das Immunsystem, bestimmte Krankheitserreger schnell zu erkennen und abzuwehren. Zu jeder Impfung gehört bei uns eine allgemeine Untersuchung: Wir hören Herz und Lunge ab, kontrollieren Temperatur, Schleimhäute, Lymphknoten, Haut, Ohren und Zähne und fragen nach Veränderungen seit dem letzten Besuch. Geimpft wird nur ein gesundes Tier.

Die internationalen Impfleitlinien der WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) unterscheiden zwei Gruppen:

  • Core-Impfungen erhält jedes Tier, weil die Erkrankungen schwer verlaufen und weit verbreitet sind. Beim Hund betrifft das Staupe, Parvovirose und die ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis), bei der Katze Katzenseuche (Panleukopenie) und die beiden wichtigsten Erreger des Katzenschnupfens.
  • Non-Core-Impfungen sind sinnvoll, wenn ein erhöhtes Risiko besteht – etwa Leptospirose beim Hund, Zwingerhusten bei Kontakt zu vielen Hunden oder Leukose bei Katzen mit Freigang.

Die Tollwutimpfung ist für Reisen mit Hund, Katze und Frettchen innerhalb der EU vorgeschrieben und wird im EU-Heimtierausweis eingetragen.

Wann ist eine Impfung sinnvoll?

Welpen und Kitten erhalten eine Grundimmunisierung in mehreren Schritten. Die mütterlichen Antikörper, die Jungtiere über die Milch aufnehmen, können eine Impfung in den ersten Lebenswochen abschwächen. Deshalb wird in Abständen wiederholt, wobei die letzte Impfung der Serie laut WSAVA im Alter von 16 Wochen oder später liegen soll. Eine weitere Impfung folgt in der Regel zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat.

Danach richtet sich der Plan nach dem einzelnen Tier: Manche Core-Impfstoffe schützen nach der Grundimmunisierung mehrere Jahre, andere Impfungen werden jährlich aufgefrischt. Auch erwachsene Tiere mit unbekannter Vorgeschichte – etwa aus dem Tierschutz – brauchen einen geordneten Impfstart.

In welchen Situationen sollten Sie uns ansprechen?

  • Ein neues Tier zieht ein, und der Impfstatus ist unklar.
  • Eine Reise ins Ausland oder ein Aufenthalt in einer Tierpension steht an.
  • Die Lebensweise ändert sich, etwa weil die Wohnungskatze künftig Freigang hat.
  • Ihr Tier hat auf eine frühere Impfung mit Unwohlsein oder Schwellungen reagiert.
  • Sie sind unsicher, welche Impfungen überhaupt noch nötig sind.

So läuft der Impftermin ab

  1. Gespräch: Wir besprechen Lebensweise, Kontakt zu anderen Tieren, Reisen und frühere Impfungen.
  2. Untersuchung: Allgemeiner Gesundheitscheck, damit das Tier fit für die Impfung ist.
  3. Impfplan: Wir erklären, welche Impfungen wir empfehlen und warum – und welche wir für Ihr Tier für entbehrlich halten.
  4. Impfung: Der Impfstoff wird unter die Haut oder – je nach Präparat – in die Nase gegeben.
  5. Dokumentation: Eintrag in den Impfpass bzw. EU-Heimtierausweis mit dem Datum der nächsten Auffrischung.

Planen Sie für den Termin etwas Zeit ein. Nach der Impfung sollte sich Ihr Tier ein bis zwei Tage schonen.

Möglichkeiten und Grenzen

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der Tiermedizin. Sie verhindern schwere Erkrankungen nicht in jedem Einzelfall, verringern aber das Risiko und meist auch die Schwere eines Verlaufs deutlich. Geimpfte Tiere schützen zudem andere: Je mehr Tiere einer Region geimpft sind, desto schwerer können sich Erreger ausbreiten.

Gleichzeitig gilt der Grundsatz der Leitlinien: so oft wie nötig, nicht so oft wie möglich. Ein starres Jahresschema für alle Impfungen ist fachlich nicht begründet. Pauschale Empfehlungen ohne Blick auf das einzelne Tier geben wir daher nicht – auch nicht auf dieser Website.

Wann ist rasche tierärztliche Hilfe nötig?

Melden Sie sich sofort, wenn Ihr Tier nach einer Impfung Atemnot, deutliche Schwellungen an Kopf oder Hals, Erbrechen, Durchfall oder Kreislaufschwäche zeigt. Bei Katzen sollte eine Schwellung an der Einstichstelle kontrolliert werden, wenn sie einen Monat nach der Impfung noch wächst, größer als zwei Zentimeter ist oder länger als drei Monate besteht.

Häufige Fragen

Muss mein Hund jedes Jahr geimpft werden?

Nicht gegen alles. Nach den WSAVA-Leitlinien schützen bestimmte Core-Impfungen nach abgeschlossener Grundimmunisierung meist mehrere Jahre. Andere Impfungen, etwa gegen Leptospirose, müssen jährlich aufgefrischt werden. Welches Intervall für Ihren Hund passt, hängt vom Impfstoff, dem Alter und dem Infektionsrisiko ab – das besprechen wir beim jährlichen Gesundheitscheck.

Braucht eine reine Wohnungskatze Impfungen?

Ja. Auch Wohnungskatzen erhalten die Core-Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, weil die Erreger über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände ins Haus gelangen können. Weitere Impfungen richten sich nach dem Risiko, etwa bei Freigang oder Urlaubsbetreuung.

Kann man den Impfschutz auch messen?

Für einzelne Erkrankungen – etwa Staupe, Parvovirose und Hepatitis beim Hund – gibt es Antikörpertests, die bei der Entscheidung über eine Auffrischung helfen können. Für viele andere Impfungen sagt ein Antikörperwert wenig über den tatsächlichen Schutz aus. Ob ein Test sinnvoll ist, klären wir im Einzelfall.

Welche Nebenwirkungen kann eine Impfung haben?

Häufig sind leichte, vorübergehende Reaktionen wie Müdigkeit, eine kleine Schwellung an der Einstichstelle oder leichtes Fieber für ein bis zwei Tage. Schwere Reaktionen sind selten. Treten nach einer Impfung Atemnot, starke Schwellungen im Gesicht, Erbrechen oder Kreislaufschwäche auf, ist sofort tierärztliche Hilfe nötig.

Ihr Tier in besten Händen.

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