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Vorsorge & Impfungen

Parasitenprophylaxe gegen Würmer, Flöhe, Zecken und Mücken

Schutz vor Würmern, Flöhen, Zecken und Mücken – abgestimmt auf Lebensweise und Risiko Ihres Tieres nach den ESCCAP-Empfehlungen.

Was umfasst die Leistung?

Parasiten gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hunden und Katzen. Man unterscheidet:

  • Innenparasiten (Endoparasiten): vor allem Würmer wie Spulwürmer, Hakenwürmer und Bandwürmer, außerdem Einzeller im Darm.
  • Außenparasiten (Ektoparasiten): Flöhe, Zecken, Milben, Läuse und Haarlinge sowie stechende Insekten wie Mücken.

Die Parasitenprophylaxe umfasst die Beratung zum individuellen Risiko, die Auswahl geeigneter Präparate, die Untersuchung von Kotproben und die Planung sinnvoller Intervalle. Grundlage sind die Empfehlungen der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), die auch eine österreichische Ländervertretung hat.

Wann ist Parasitenprophylaxe sinnvoll?

Ein einheitliches Schema für alle Tiere gibt es nicht. Die ESCCAP empfiehlt, die Häufigkeit von Entwurmungen oder Kotuntersuchungen nach dem individuellen Risiko festzulegen. Dabei zählen unter anderem:

  • Haltung: Wohnung, Garten, Freigang, Zwinger, Mehrtierhaushalt,
  • Kontakt zu anderen Tieren, etwa in Hundezonen, Tierpensionen oder bei Ausstellungen,
  • Jagdverhalten und das Fressen von Beutetieren, Aas oder Schnecken,
  • Fütterung mit rohem Fleisch oder Innereien,
  • Reisen in andere Regionen,
  • Zusammenleben mit Kleinkindern oder Menschen mit geschwächter Abwehr.

Ist das Risiko nicht bekannt, empfiehlt die ESCCAP mindestens vier Behandlungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr. Welpen und Kitten benötigen ein eigenes, engmaschigeres Vorgehen.

Auch der Schutz vor Flöhen, Zecken und Mücken richtet sich laut ESCCAP nach Region, Jahreszeit, Lebensweise und Reisen.

In welchen Situationen sollten Sie uns ansprechen?

  • Ein Welpe, Kitten oder Tier aus dem Ausland zieht bei Ihnen ein.
  • Sie sehen Würmer oder Wurmglieder im Kot oder am After.
  • Ihr Tier kratzt sich häufig, hat Hautrötungen oder kahle Stellen.
  • Sie finden Flöhe, Flohkot (kleine schwarze Krümel im Fell) oder Zecken.
  • Eine Reise, insbesondere in den Süden, ist geplant.
  • Sie füttern roh oder Ihr Hund jagt bzw. frisst Aas.
  • Im Haushalt leben kleine Kinder, Schwangere oder immungeschwächte Menschen.

So läuft die Beratung ab

  1. Risikoeinschätzung: Wir fragen nach Haltung, Fütterung, Kontakten und Reisen.
  2. Untersuchung: Haut, Fell und Ohren werden auf Außenparasiten kontrolliert; bei Bedarf untersuchen wir eine Kotprobe.
  3. Plan: Sie erhalten eine Empfehlung, gegen welche Parasiten Ihr Tier in welchen Abständen geschützt oder untersucht werden sollte – mit Präparaten, die für die jeweilige Tierart zugelassen sind.
  4. Anwendung: Wir erklären die richtige Anwendung, damit das Mittel wirken kann. Leben Hund und Katze zusammen, achten wir besonders auf Präparate, die für beide Tierarten verträglich sind.
  5. Überprüfung: Ändern sich Lebensweise oder Reisepläne, passen wir den Plan an.

Kotproben sammeln Sie am besten über mehrere Tage, weil Wurmeier nicht in jedem Kotabsatz ausgeschieden werden. Wie Sie die Probe aufbewahren, besprechen wir mit Ihnen.

Möglichkeiten und Grenzen

Regelmäßige Kotuntersuchungen sind nach ESCCAP eine Alternative zur routinemäßigen Entwurmung: Behandelt wird dann gezielt bei positivem Befund. Eine einzelne negative Probe schließt einen Befall allerdings nicht sicher aus.

Bei Flöhen ist zu beachten, dass der größte Teil der Population als Eier, Larven und Puppen in der Umgebung lebt, nicht auf dem Tier – bei einem Befall müssen daher alle Tiere im Haushalt und die Umgebung mitbehandelt werden.

Parasitenschutz dient nicht nur dem Tier: Einige Wurmarten, zum Beispiel Spulwürmer und der Fuchsbandwurm, sind Zoonosen und können auf den Menschen übertragen werden. Flöhe, Zecken und Mücken können außerdem Krankheitserreger übertragen. Gute Hygiene – Händewaschen, Kot zeitnah entfernen – ergänzt die Prophylaxe.

Wann ist rasche tierärztliche Hilfe nötig?

Suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe, wenn Ihr Tier nach einem Zeckenstich oder einer Reise Fieber, Mattigkeit, blasse Schleimhäute, dunklen Harn oder Lahmheiten zeigt, oder wenn Welpen bzw. Kitten stark durchfallen, erbrechen oder einen aufgetriebenen Bauch haben. Zittern, Speicheln oder Krämpfe nach Anwendung eines Parasitenmittels sind ebenfalls ein Notfall – nehmen Sie die Packung mit.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich meinen Hund entwurmen?

Das hängt vom Risiko ab, etwa von Freilauf, Kontakt zu anderen Hunden, Fütterung von rohem Fleisch, Jagd oder Reisen. Ich lege das Intervall individuell fest. Ist das Risiko unbekannt, rät sie zu mindestens vier Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr.

Kann man statt zu entwurmen auch den Kot untersuchen lassen?

Ja, regelmäßige Kotuntersuchungen sind laut ESCCAP eine Alternative zur routinemäßigen Entwurmung. Ein Befall wird dann gezielt behandelt. Wichtig ist, dass die Untersuchungen in ausreichend kurzen Abständen erfolgen, weil eine einzelne negative Probe einen Befall nicht sicher ausschließt.

Meine Katze geht nie hinaus – braucht sie trotzdem Parasitenschutz?

Reine Wohnungskatzen haben in der Regel ein geringeres Risiko. Flöhe können aber auch über andere Haustiere oder Menschen ins Haus gelangen, und Katzen, die Beutetiere fressen, haben ein höheres Wurmrisiko. Wir besprechen, welcher Schutz für Ihre Katze tatsächlich nötig ist.

Darf ich das Flohmittel meines Hundes bei der Katze verwenden?

Nein, nicht ohne Rücksprache. Manche Wirkstoffe in Präparaten für Hunde, etwa Permethrin, sind für Katzen giftig – auch enger Kontakt mit einem frisch behandelten Hund kann eine Katze gefährden. Verwenden Sie nur Mittel, die ausdrücklich für die jeweilige Tierart zugelassen und für Ihr Tier empfohlen sind.

Ihr Tier in besten Händen.

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