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Tiergesundheit & FAQ

Zahn- & Maulgesundheit – häufige Fragen

Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hund und Katze. Hier finden Sie Antworten zu Mundgeruch, Zahnpflege und Zahnreinigung in Narkose.

Was bedeutet Mundgeruch bei meinem Tier?

Anhaltender Mundgeruch ist bei Hunden und Katzen meist ein Zeichen einer Zahnfleisch- oder Zahnbetterkrankung und sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Laut AAHA-Leitlinie gehören Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontalerkrankungen) zu den häufigsten Erkrankungen bei Hund und Katze. Bakterien im Zahnbelag führen zu Zahnstein und Zahnfleischentzündung; der typische Geruch entsteht durch bakterielle Abbauprodukte. Schreitet die Entzündung fort, kann sie den Kieferknochen angreifen und Zähne lockern. Seltener steckt hinter Mundgeruch eine andere Ursache, etwa ein Fremdkörper, eine Verletzung oder eine Allgemeinerkrankung.

Bei der Untersuchung beurteilen wir Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhaut. Wie ausgeprägt eine Erkrankung unterhalb des Zahnfleischrands ist, lässt sich jedoch erst bei einer Untersuchung in Narkose mit Sondierung und Zahnröntgen sicher feststellen. Je früher die Ursache behandelt wird, desto eher lassen sich Zähne erhalten.

Soll ich meinem Tier die Zähne putzen?

Ja – tägliches Zähneputzen ist die wirksamste häusliche Maßnahme, um Zahnbelag und damit Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.

Zahnbelag bildet sich laufend neu und verhärtet mit der Zeit zu Zahnstein, der sich durch Putzen nicht mehr entfernen lässt. Regelmäßiges Bürsten entfernt den Belag, bevor er zum Problem wird. Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste oder Fingerling und eine Zahnpasta für Tiere – Zahnpasta für Menschen ist nicht zum Schlucken gedacht. Beginnen Sie behutsam, belohnen Sie Ihr Tier und steigern Sie die Dauer langsam.

Am leichtesten gewöhnen sich Welpen und Kitten daran, aber auch erwachsene Tiere können es mit Geduld lernen. Besteht bereits eine schmerzhafte Entzündung oder Zahnstein, sollte zuerst eine tierärztliche Behandlung erfolgen, da Putzen sonst Schmerzen verursachen kann. Ergänzende Produkte wie spezielle Kauartikel oder Futter können unterstützen, ersetzen das Putzen aber nicht vollständig.

Warum ist für eine Zahnreinigung eine Narkose nötig?

Eine gründliche Zahnreinigung ist nur in Narkose möglich, weil dabei auch unterhalb des Zahnfleischrands gereinigt, jeder Zahn untersucht und die Atemwege geschützt werden müssen.

Der entscheidende Teil einer Parodontalerkrankung spielt sich unter dem Zahnfleisch ab. Dort kann nur gearbeitet werden, wenn das Tier ruhig liegt und schmerzfrei ist. Ich führe die professionelle Zahnreinigung immer in Allgemeinanästhesie mit Intubation durch – der Tubus verhindert, dass Wasser, Bakterien und Zahnstein in die Atemwege gelangen. Eine Zahnsteinentfernung ohne Narkose wird ausdrücklich nicht empfohlen, weil sie nur die sichtbaren Flächen erfasst und Erkrankungen verdecken kann.

Vor der Narkose schätzen wir das Risiko individuell ein, bei älteren Tieren oder Vorerkrankungen gegebenenfalls mit Blutuntersuchung. Während und nach dem Eingriff werden die Vitalfunktionen überwacht; eine Schmerztherapie gehört dazu. Bei Katzen werden besondere Anforderungen, etwa der Schutz vor Auskühlung, berücksichtigt.

Wie oft sollten die Zähne meines Tieres kontrolliert werden?

Die Zähne sollten mindestens einmal jährlich im Rahmen des Gesundheitschecks kontrolliert werden, bei älteren Tieren oder bekannten Zahnproblemen häufiger.

Die Lebensphasen-Leitlinien von AAHA und AAFP sehen die Beurteilung des Zahnstatus als festen Bestandteil jeder Vorsorgeuntersuchung vor. Ziel ist, Erkrankungen zu erkennen, bevor sie Schmerzen und Fressprobleme verursachen. Zu Hause können Sie selbst regelmäßig einen Blick ins Maul werfen und auf Beläge, Rötungen, abgebrochene Zähne oder Mundgeruch achten.

Wie oft eine Kontrolle oder Zahnreinigung nötig ist, hängt von Tierart, Alter, Zahnstellung und der häuslichen Zahnpflege ab. Bei Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas, deren Zähne lebenslang wachsen, sind je nach Befund engmaschigere Kontrollen sinnvoll.

Ihr Tier in besten Händen.

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