Was umfasst die Leistung?
In unserer Praxis führen wir Routineeingriffe der Kleintierchirurgie durch. Dazu gehören:
- Kastrationen von Hund, Katze und kleinen Heimtieren. In Österreich sind Katzen mit regelmäßigem Freigang zu kastrieren, sofern sie nicht zur Zucht verwendet werden.
- Weichteilchirurgie, etwa an Haut und Unterhaut.
- Wundversorgung nach Biss-, Schnitt- oder Rissverletzungen.
- Entfernung von Hautknoten und Tumoren. Das entnommene Gewebe kann zur histologischen Untersuchung an ein Fachlabor geschickt werden; erst diese Untersuchung zeigt verlässlich, um welche Veränderung es sich handelt und ob sie vollständig entfernt wurde.
Bei speziellen Eingriffen – etwa aufwendigen orthopädischen Operationen – überweisen wir Sie an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen oder Kliniken.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Manche Eingriffe sind planbar, etwa eine Kastration oder die Entfernung eines Knotens nach vorheriger Abklärung. Andere sind dringend, zum Beispiel eine tiefe Bisswunde. Vor jedem geplanten Eingriff besprechen wir mit Ihnen den Nutzen, die Risiken und mögliche Alternativen. Bei Knoten hilft oft eine vorherige Feinnadelprobe, das Vorgehen zu planen.
In welchen Situationen sollten Sie uns ansprechen?
- Sie möchten Ihr Tier kastrieren lassen und haben Fragen zu Zeitpunkt und Ablauf.
- Sie haben einen neuen oder wachsenden Knoten ertastet.
- Ihr Tier hat eine Verletzung, die klafft, stark blutet oder tief wirkt.
- Eine Wunde heilt nicht, nässt oder riecht.
- Ein Eingriff steht an, und Sie möchten über das Narkoserisiko sprechen.
So läuft eine Operation ab
- Voruntersuchung: Wir erheben die Vorgeschichte, untersuchen Ihr Tier gründlich und schätzen das individuelle Narkoserisiko ein. Je nach Alter und Befund empfehlen wir zusätzlich Blutwerte.
- Zu Hause: Die Narkose beginnt eigentlich schon daheim – mit der vereinbarten Nüchternzeit und der Gabe oder dem Weglassen bestimmter Medikamente nach unserer Anweisung. Kaninchen sollen nicht lange hungern, für andere kleine Heimtiere gelten eigene Anweisungen.
- Narkoseeinleitung: Nach einer Beruhigungsspritze wird die Narkose eingeleitet. Für längere oder schmerzhafte Eingriffe wie eine Kastration wird ein Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre eingeführt. Er sichert die Atemwege und leitet das Narkosegas zur Lunge.
- Inhalationsnarkose: Die Narkose wird mit einem Narkosegas aufrechterhalten, das gemeinsam mit Sauerstoff eingeatmet wird. Die Narkosetiefe lässt sich dabei fortlaufend an den Bedarf anpassen.
- Überwachung: Während des Eingriffs werden Herzschlag, Atmung und Körpertemperatur fortlaufend kontrolliert. Von Beginn an wird Wärme zugeführt, denn Auskühlung ist eine häufige Narkosekomplikation – besonders bei Katzen und sehr kleinen Tieren.
- Schmerztherapie: Schmerzmittel geben wir vor, während und nach dem Eingriff. Wirkstoffe werden dabei häufig kombiniert.
- Aufwachphase: Ein großer Teil der narkosebedingten Zwischenfälle ereignet sich nach dem Eingriff, meist in den ersten Stunden. Deshalb wird Ihr Tier überwacht, bis es wach ist, eine normale Körpertemperatur hat und sich wieder bewegen kann.
- Nachsorge: Bei der Abholung erklären wir Wundkontrolle, Medikamente, Fütterung und Bewegung und vereinbaren einen Kontrolltermin.
Möglichkeiten und Grenzen
Gut vorbereitete Routineeingriffe sind für die meisten Tiere sicher durchführbar. Ein Narkoserisiko lässt sich aber nie ganz ausschließen; es ist bei sehr jungen, sehr alten, kranken und sehr kleinen Tieren höher. Wir wägen bei jedem Eingriff ab, ob der Nutzen das Risiko rechtfertigt, und passen die Narkose an das einzelne Tier an.
Nicht jede Operation gehört in eine Allgemeinpraxis. Bei Eingriffen, die spezielle Ausstattung oder besondere Erfahrung erfordern, ist eine Überweisung die bessere Wahl für Ihr Tier. Auch die Behandlung von Tumoren endet oft nicht mit der Operation: Je nach Laborbefund können weitere Untersuchungen oder Therapien nötig sein.
Wann ist rasche tierärztliche Hilfe nötig?
Melden Sie sich sofort, wenn Ihr Tier nach einer Operation stark blutet, die Wunde aufgeht, es wiederholt erbricht, sehr matt ist, blasse Schleimhäute hat oder schwer atmet. Auch eine stark klaffende oder tiefe Verletzung, ein Unfall oder ein Biss in Brust- oder Bauchbereich gehören umgehend in tierärztliche Behandlung. Kaninchen und Meerschweinchen, die nach einem Eingriff nicht fressen oder keinen Kot absetzen, brauchen ebenfalls rasch Hilfe.
Häufige Fragen
Wie lange muss mein Tier vor der Operation nüchtern sein?
Das legen wir für jedes Tier einzeln fest und sagen es Ihnen bei der Terminvereinbarung. Die empfohlenen Nüchternzeiten sind in den letzten Jahren kürzer geworden; für Jungtiere und Tiere mit Diabetes ist eine kurze Nüchternzeit besonders wichtig. Kaninchen sollen vor einer Narkose nicht lange hungern, weil das ihre Verdauung stört; für andere kleine Heimtiere geben wir Ihnen eigene Anweisungen.
Wie groß ist das Narkoserisiko?
Jede Narkose birgt ein Risiko, das sich nicht vollständig ausschließen lässt. Es hängt vor allem vom Alter, von Vorerkrankungen, der Art und Dauer des Eingriffs und der Tierart ab; sehr kleine Hunde und Katzen kühlen zum Beispiel leichter aus. Eine gründliche Voruntersuchung, eine angepasste Narkose und eine sorgfältige Überwachung bis in die Aufwachphase verringern dieses Risiko.
Soll mein Tier vorher Blut abgenommen bekommen?
Bei älteren Tieren, bei Vorerkrankungen oder wenn die Untersuchung Auffälligkeiten zeigt, sind Blutwerte vor der Narkose sinnvoll. Ob sie für Ihr Tier empfehlenswert sind, besprechen wir nach der Voruntersuchung.
Worauf muss ich nach der Operation zu Hause achten?
Halten Sie Ihr Tier warm und ruhig und lassen Sie es nicht an der Wunde lecken oder knabbern. Mattigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Unruhe können auch nach einer ruhigen Aufwachphase in der Praxis auftreten und auf Schmerzen oder Komplikationen hinweisen. Melden Sie sich in diesem Fall, ebenso bei Blutungen, Schwellungen oder Ausfluss an der Wunde.