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Tiergesundheit & FAQ

Katzen – häufige Fragen zur Gesundheit

Katzen zeigen Beschwerden oft erst spät. Hier finden Sie Antworten zu Impfungen, Schmerzen, Harnwegen, Kastration, Zähnen, Ernährung und Gewicht.

Katzen sind Meisterinnen im Verbergen von Beschwerden. Regelmäßige Vorsorge und Ihre Beobachtungen zu Hause helfen, Veränderungen früh zu erkennen.

Welche Impfungen sind bei Wohnungskatzen sinnvoll?

Auch reine Wohnungskatzen sollten die Core-Impfungen gegen Katzenseuche (Panleukopenie) und die beiden wichtigsten Erreger des Katzenschnupfens erhalten.

Die Erreger dieser Erkrankungen sind sehr widerstandsfähig und können über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände in die Wohnung gelangen. Die Katzenseuche verläuft besonders bei jungen Katzen oft schwer. Ich empfehle daher die Core-Impfungen unabhängig vom Freigang.

Weitere Impfungen, etwa gegen Leukose, richten sich nach dem Lebensstil: Freigang, Kontakt zu fremden Katzen, Aufenthalte in einer Katzenpension oder ein neues Tier im Haushalt verändern das Risiko. Für Reisen ins Ausland ist die Tollwutimpfung vorgeschrieben. Wie oft aufgefrischt wird, hängt vom Impfstoff, dem Alter und der Lebensweise Ihrer Katze ab. Das besprechen wir beim jährlichen Gesundheitscheck.

Warum verstecken Katzen Schmerzen?

Katzen verbergen Schmerzen und Krankheit, weil auffälliges Schwächezeigen in der Natur ein Nachteil wäre – Beschwerden werden deshalb oft erst spät sichtbar.

Die Lebensphasen-Leitlinien von AAHA und AAFP weisen ausdrücklich darauf hin, dass Krankheits- und Schmerzzeichen bei der oft zurückhaltenden Katze schwer zu erkennen sind. Achten Sie daher auf leise Veränderungen: weniger Springen, Rückzug, vernachlässigte Fellpflege, Harn- oder Kotabsatz außerhalb der Katzentoilette, verändertes Fressverhalten oder Gereiztheit beim Streicheln. Auch der Gesichtsausdruck verrät Schmerz: Eine wissenschaftlich geprüfte Grimassenskala bewertet Ohrstellung, Augenöffnung, Spannung der Schnauze, Schnurrhaare und Kopfhaltung.

Ältere Katzen leiden häufig unter unerkannten Gelenkschmerzen, die als normales Altern missverstanden werden. Weil Sie Ihre Katze am besten kennen, sind Ihre Beobachtungen für uns besonders wertvoll. Notieren Sie Auffälligkeiten und seit wann sie bestehen.

Was sind Anzeichen einer Harnwegserkrankung bei Katzen?

Typische Anzeichen sind häufige Besuche der Katzentoilette mit nur kleinen Harnmengen, Pressen, Lautäußerungen beim Harnabsatz, Blut im Harn und Harnabsatz außerhalb der Katzentoilette.

Erkrankungen der unteren Harnwege haben verschiedene Ursachen, etwa eine Blasenentzündung ohne erkennbaren Auslöser, Harnsteine, Harngrieß oder Infektionen. Viele Katzen belecken zudem häufig ihren Genitalbereich. Besonders gefährlich ist ein Harnröhrenverschluss, der vor allem bei Katern vorkommt: Der Harn staut sich, und innerhalb kurzer Zeit entstehen lebensbedrohliche Störungen.

Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, wenig Bewegung, reine Wohnungshaltung, geringe Wasseraufnahme, mittleres Alter und Stress, zum Beispiel im Mehrkatzenhaushalt oder bei Veränderungen im Alltag. Die Ursache wird mit Harnuntersuchung und gegebenenfalls Ultraschall oder Röntgen geklärt.

Warnzeichen: Ein Kater, der presst und keinen oder kaum Harn absetzt, ist ein Notfall – es kann ein Harnröhrenverschluss vorliegen, der innerhalb von 24 bis 48 Stunden tödlich sein kann. Lassen Sie ihn sofort tierärztlich untersuchen.

Wann ist eine Kastration bei Katzen sinnvoll?

Bei Katzen mit Freigang ist die Kastration in Österreich gesetzlich vorgeschrieben, sofern sie nicht zur Zucht verwendet werden; fachlich wird sie meist vor der Geschlechtsreife empfohlen.

Die 2. Tierhaltungsverordnung verpflichtet dazu, Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie von einer Tierärztin oder einem Tierarzt kastrieren zu lassen. Kastrierte Kater streunen und kämpfen weniger und markieren seltener mit Harn. Unkastrierte Kätzinnen erkranken später häufiger an Gesäugetumoren.

Auch bei Wohnungskatzen kann eine Kastration sinnvoll sein, etwa wegen Rolligkeit oder Harnmarkieren. Nach dem Eingriff neigen Katzen zu Gewichtszunahme, daher sollte die Futtermenge angepasst werden. Den passenden Zeitpunkt legen wir nach Untersuchung, Entwicklung und Lebensumständen Ihrer Katze fest.

Wie lassen sich Zahnprobleme bei Katzen erkennen?

Zahnprobleme zeigen sich bei Katzen oft nur indirekt – etwa durch Mundgeruch, vermehrtes Speicheln, einseitiges Kauen, Fallenlassen von Futter oder eine Vorliebe für weiches Futter.

Erkrankungen des Zahnhalteapparats gehören laut AAHA-Leitlinie zu den häufigsten Erkrankungen bei Katzen. Gerötetes Zahnfleisch, Zahnstein oder sichtbare Defekte am Zahnhals sind weitere Hinweise. Viele Katzen fressen trotz Schmerzen weiter, nur langsamer oder vorsichtiger. Manche putzen sich weniger, kratzen an der Schnauze oder reagieren empfindlich, wenn man den Kopf berührt.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Deshalb sehe ich mir bei jeder Vorsorgeuntersuchung die Maulhöhle an, um Probleme zu erkennen, bevor sie Schmerzen und Fressunlust verursachen. Eine vollständige Beurteilung, auch unterhalb des Zahnfleischrands, ist nur in Narkose möglich.

Wie erfolgt eine bedarfsgerechte Ernährung meiner Katze?

Bedarfsgerecht ist eine Ernährung, die zum Lebensabschnitt, zum Gesundheitszustand und zur Aktivität Ihrer Katze passt und ihr Gewicht stabil im gesunden Bereich hält.

Ein Alleinfuttermittel deckt den Nährstoffbedarf vollständig, Ergänzungsfuttermittel und Leckerlis dagegen nicht. Bei jeder Untersuchung beurteile ich den Ernährungszustand: Körperkondition, Muskelmasse und Fütterungsgewohnheiten. Die Futtermenge auf der Packung ist nur ein Richtwert – maßgeblich ist, ob Ihre Katze ihre gute Körperkondition hält.

Kastration, Wohnungshaltung und wenig Bewegung erhöhen den Hang zu Übergewicht. Eine ausreichende Wasseraufnahme ist wichtig, weil wenig Trinken als Risikofaktor für Harnwegserkrankungen gilt; Nassfutter und gut erreichbare Wasserstellen können helfen. Ältere Katzen oder Katzen mit Nieren-, Schilddrüsen- oder Zuckererkrankungen brauchen oft eine angepasste Fütterung, die wir individuell mit Ihnen besprechen.

Wann ist Gewichtsverlust bei Katzen bedenklich?

Ein ungewollter Gewichtsverlust ist bei Katzen immer abklärungsbedürftig – auch dann, wenn die Katze scheinbar normal frisst.

Gewichtsverlust kann ein frühes Zeichen von Erkrankungen sein, etwa von Zahnproblemen, Schilddrüsenüberfunktion, Zuckerkrankheit, chronischen Nieren- oder Darmerkrankungen. Weil Katzen Krankheit oft lange verbergen, halte ich Gewicht und Körperkondition bei jeder Untersuchung fest. So lassen sich auch schleichende Veränderungen über mehrere Monate erkennen. Bei einer kleinen Katze kann schon der Verlust weniger hundert Gramm bedeutsam sein.

Besonders aufmerksam sollten Sie bei älteren Katzen sein. Für sie empfehle ich mindestens alle sechs Monate eine Untersuchung. Achten Sie zusätzlich auf vermehrten Durst, veränderten Appetit, Erbrechen oder ein stumpfes Fell. Eine Waage zu Hause hilft, den Verlauf zu dokumentieren.

Warnzeichen: Frisst Ihre Katze gar nicht mehr, nimmt sie rasch ab oder kommen Erbrechen, Mattigkeit oder Atemprobleme hinzu, lassen Sie sie bitte unverzüglich tierärztlich abklären.

Ihr Tier in besten Händen.

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