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Vorsorge & Impfungen

Altersvorsorge für Hunde- und Katzensenioren

Regelmäßige Vorsorge für ältere Hunde und Katzen – damit altersbedingte Erkrankungen und Schmerzen früh erkannt werden.

Was umfasst die Leistung?

Mit dem Alter verändern sich Stoffwechsel, Organfunktionen, Gelenke und Sinnesorgane. Viele altersbedingte Erkrankungen entwickeln sich schleichend und werden erst spät bemerkt. Die Altersvorsorge soll solche Veränderungen früh erkennen, Schmerzen lindern und die Lebensqualität möglichst lange erhalten.

Die Seniorenuntersuchung baut auf der Allgemeinuntersuchung auf und ergänzt sie um Punkte, die im Alter besonders wichtig sind:

  • Ausführliches Gespräch über Fressen, Trinken, Harn- und Kotabsatz, Beweglichkeit, Schlaf, Orientierung und Verhalten.
  • Gewichtsverlauf, Körperkondition und Muskelmasse: Die Leitlinien der Katzenmedizin betonen, dass der Vergleich mit früheren Messwerten oft aussagekräftiger ist als ein einzelner Wert. Ein unbeabsichtigter Gewichts- oder Muskelverlust ist ein wichtiges Warnzeichen.
  • Gelenke und Bewegungsapparat: Die AAHA weist darauf hin, dass chronische Schmerzen bei Hund und Katze häufig übersehen werden.
  • Maulhöhle und Zähne: Parodontalerkrankungen gehören nach den AAHA-Zahnleitlinien zu den häufigsten Erkrankungen bei Hunden und Katzen.
  • Blutdruck, insbesondere bei Katzen: Die AAFP-Leitlinien zur Seniorenkatze zählen die Blutdruckmessung zur Basisdiagnostik, auch bei scheinbar gesunden Tieren.
  • Laboruntersuchungen von Blut und Harn, wenn sie für das einzelne Tier sinnvoll sind.

Wann ist eine Altersvorsorge sinnvoll?

Eine feste Altersgrenze gibt es nicht: Große Hunderassen altern früher als kleine, und auch Katzen altern individuell. Die Lebensphasen-Leitlinien der AAHA (Hund) und AAHA/AAFP (Katze) empfehlen mindestens eine Vorsorgeuntersuchung jährlich und bei älteren Tieren häufigere Kontrollen. Die AAFP-Leitlinien zur Seniorenkatze sehen vor, Untersuchungen und Tests mit zunehmendem Alter in kürzeren Abständen durchzuführen.

Ein guter Zeitpunkt für den Einstieg ist, wenn Ihr Tier in die zweite Lebenshälfte kommt – dann liegen Vergleichswerte vor, bevor Probleme auftreten.

In welchen Situationen sollten Sie uns ansprechen?

  • Ihr Tier trinkt mehr oder setzt mehr Harn ab als früher.
  • Es nimmt ab, obwohl es gleich viel oder mehr frisst – oder es frisst weniger.
  • Es steht steif auf, meidet Treppen, springt nicht mehr auf gewohnte Plätze oder die Katze benutzt die Toilette nicht mehr zuverlässig.
  • Sie bemerken Mundgeruch, Speicheln oder einseitiges Kauen.
  • Es wirkt desorientiert, schläft unruhig oder vokalisiert nachts.
  • Sie ertasten neue Knoten oder Schwellungen.
  • Ihr Tier bekommt Dauermedikamente, deren Verträglichkeit kontrolliert werden soll.

So läuft die Seniorenvorsorge ab

  1. Gespräch und Beobachtungen: Bringen Sie gern Notizen oder kurze Videos mit, etwa vom Aufstehen oder Gehen – die Leitlinien zur Seniorenkatze empfehlen solche Aufnahmen ausdrücklich, weil sich Tiere in der Praxis oft anders verhalten als zu Hause.
  2. Körperliche Untersuchung einschließlich Gewicht, Körperkondition, Muskelmasse, Gelenken, Zähnen, Augen und Herz.
  3. Gezielte Zusatzuntersuchungen wie Blutdruck, Blut- und Harnuntersuchung, wenn sie für Ihr Tier aussagekräftig sind.
  4. Besprechung: Wir erklären die Befunde und vereinbaren mit Ihnen, was zu tun ist – von der Anpassung der Fütterung über Schmerztherapie bis zum nächsten Kontrolltermin.

Möglichkeiten und Grenzen

Früh erkannte Erkrankungen lassen sich oft besser behandeln oder in ihrem Verlauf begleiten. Bluthochdruck bei Katzen etwa wird nach den ISFM-Leitlinien in der Praxis häufig zu selten gemessen und dadurch zu spät erkannt. Auch eine konsequente Schmerztherapie kann den Alltag älterer Tiere spürbar erleichtern.

Altern selbst lässt sich nicht verhindern, und nicht jede Erkrankung ist heilbar. Ziel der Altersvorsorge ist es, Beschwerden zu lindern, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam mit Ihnen zu entscheiden, welche Diagnostik und Behandlung für Ihr Tier und Ihre Situation angemessen sind. Dazu gehört, wenn es so weit ist, auch ein offenes Gespräch über Lebensqualität.

Wann ist rasche tierärztliche Hilfe nötig?

Kommen Sie umgehend, wenn Ihr älteres Tier plötzlich nicht mehr sehen kann, es zusammenbricht, krampft, Atemnot hat, nicht mehr frisst, wiederholt erbricht, keinen Harn absetzen kann oder plötzlich die Hinterbeine nachzieht. Plötzliche Blindheit kann bei Katzen eine Folge von Bluthochdruck sein und sollte sofort abgeklärt werden.

Häufige Fragen

Ab wann gilt mein Tier als Senior?

Das hängt von Tierart, Größe und Rasse ab; große Hunderassen altern früher als kleine. Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Wir beurteilen gemeinsam mit Ihnen, wann eine erweiterte Vorsorge für Ihr Tier sinnvoll ist.

Ist es nicht normal, dass ein altes Tier ruhiger wird?

Etwas weniger Aktivität kann zum Alter gehören. Die Leitlinien zur Schmerztherapie weisen aber darauf hin, dass chronische Schmerzen, etwa durch Arthrose, häufig als „Alter“ missverstanden werden. Wenn Ihr Tier nicht mehr springt, Treppen meidet oder steif aufsteht, lohnt sich eine Untersuchung.

Warum wird bei meiner älteren Katze der Blutdruck gemessen?

Bluthochdruck ist bei älteren Katzen häufig, oft im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen oder einer Schilddrüsenüberfunktion. Er kann Augen, Herz, Gehirn und Nieren schädigen, bevor die Katze auffällige Beschwerden zeigt. Die Leitlinien der Katzenmedizin zählen die Blutdruckmessung deshalb zur Basisuntersuchung bei Seniorkatzen.

Wie oft sollte ein Seniortier untersucht werden?

Ich empfehle für ältere Hunde und Katzen häufigere Kontrollen als einmal jährlich. Das konkrete Intervall richtet sich nach Gesundheitszustand, bekannten Erkrankungen und Medikamenten und wird individuell festgelegt.

Ihr Tier in besten Händen.

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