Tiergesundheit & FAQ
Parasiten – häufige Fragen zu Würmern, Flöhen und Zecken
Würmer, Flöhe und Zecken betreffen nicht nur das Tier, manche Parasiten können auch auf Menschen übergehen. Hier finden Sie Antworten zu einem risikogerechten Schutz.
Der Schutz vor Parasiten richtet sich nach dem Risiko des einzelnen Tieres. Pauschale Intervalle ohne Blick auf Lebensweise und Umfeld empfehlen wir nicht.
Wie oft sollte meine Katze entwurmt werden?
Wie oft Ihre Katze entwurmt oder auf Würmer untersucht werden sollte, hängt von ihrem individuellen Ansteckungsrisiko ab; ist dieses nicht bekannt, empfehle ich mindestens vier Behandlungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr.
Die europäischen ESCCAP-Leitlinien teilen Katzen nach ihrem Risiko ein, statt ein starres Schema vorzugeben. Eine reine Wohnungskatze ohne Jagdmöglichkeit und ohne Rohfütterung hat ein deutlich geringeres Risiko als eine Freigängerin, die Mäuse fängt und frisst. Mäuse und andere Beutetiere können Wurmstadien übertragen. Auch Rohfütterung, Kontakt zu anderen Katzen und Reisen erhöhen das Risiko.
Eine Rolle spielt außerdem, mit wem die Katze zusammenlebt: Bei Kleinkindern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem im Haushalt kann ein engmaschigerer Schutz sinnvoll sein, weil einige Würmer, etwa Spulwürmer, auch Menschen befallen können. Kitten und säugende Katzen brauchen einen eigenen Plan. Statt routinemäßig zu entwurmen, sind auch regelmäßige Kotuntersuchungen möglich. Wir legen das passende Vorgehen gemeinsam mit Ihnen fest.
Ist eine Kotuntersuchung eine Alternative zur Entwurmung?
Ja, regelmäßige Kotuntersuchungen sind laut ESCCAP-Leitlinie eine anerkannte Alternative zur routinemäßigen Entwurmung, sofern sie im passenden Abstand erfolgen.
Bei einer Kotuntersuchung wird eine Kotprobe unter dem Mikroskop auf Wurmeier und Larven untersucht. Wird nichts gefunden, ist keine Wurmbehandlung nötig; bei einem positiven Befund wird gezielt behandelt. So lassen sich unnötige Medikamentengaben vermeiden. Zu beachten ist, dass Würmer nicht laufend Eier ausscheiden. Ein einzelner negativer Befund schließt einen Befall daher nicht sicher aus, weshalb Proben meist über mehrere Tage gesammelt werden.
Ob Kotuntersuchungen für Ihr Tier sinnvoll sind, hängt vom Risiko ab. Bei Tieren mit hohem Risiko, etwa Hunden, die Mäuse fressen, oder Tieren in engem Kontakt mit Kleinkindern, kann eine regelmäßige Behandlung die sicherere Wahl sein. Wie Sie Proben richtig sammeln, erklären wir Ihnen gerne.
Was tun, wenn mein Tier Flöhe hat?
Bei Flohbefall müssen alle Hunde und Katzen im Haushalt behandelt und gleichzeitig die Umgebung mitberücksichtigt werden, sonst kehren die Flöhe rasch zurück.
Laut ESCCAP-Leitlinie lebt der Großteil einer Flohpopulation nicht auf dem Tier, sondern als Ei, Larve und Puppe in der Umgebung, etwa in Liegeplätzen, Teppichen oder im Auto. Die erwachsenen Flöhe, die man am Tier sieht, sind nur ein kleiner Teil. Flöhe können außerdem Krankheitserreger und Bandwürmer übertragen. Manche Tiere reagieren allergisch auf Flohspeichel und kratzen sich stark.
Welches Präparat geeignet ist, hängt von Tierart, Alter, Gewicht und Gesundheitszustand ab. Verwenden Sie bei Katzen niemals Präparate, die nur für Hunde zugelassen sind, da manche Wirkstoffe für Katzen giftig sind. Waschen Sie Decken heiß und saugen Sie Liegeplätze gründlich. Eine Behandlung über mehrere Monate ist oft nötig, bis alle Entwicklungsstadien erfasst sind.
Wie schütze ich mein Tier vor Zecken?
Den besten Schutz bieten tierärztlich zugelassene Zeckenmittel in Kombination mit dem täglichen Absuchen des Fells nach Spaziergängen und Aufenthalten im Freien.
Zecken können laut ESCCAP-Leitlinie Krankheitserreger übertragen, etwa Borrelien, Anaplasmen oder Babesien. Je kürzer eine Zecke saugt, desto geringer ist bei vielen Erregern das Übertragungsrisiko. Entfernen Sie entdeckte Zecken deshalb rasch mit einer Zeckenzange oder -karte möglichst nah an der Haut.
Welcher Schutz sinnvoll ist, hängt von Region, Jahreszeit und Lebensweise ab. Reisen in südliche Länder können zusätzlichen Schutz vor Sandmücken und weiteren Überträgern erfordern. Für Katzen sind nur Präparate geeignet, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind. Wir beraten Sie, welcher Schutz zu Ihrem Tier passt.
Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm und welche Parasiten können auf Menschen übergehen?
Der Kleine Fuchsbandwurm kann beim Menschen eine schwere, oft erst nach Jahren erkannte Lebererkrankung verursachen; neben ihm können auch Spulwürmer von Hund und Katze auf Menschen übergehen.
Menschen infizieren sich laut AGES durch die Aufnahme mikroskopisch kleiner Bandwurmeier, etwa über verschmutzte Hände, Erde oder ungewaschene, bodennah gewachsene Lebensmittel. Hauptwirt ist der Fuchs; in Studien war in Kärnten rund jeder fünfte Fuchs befallen. Hunde und Katzen sind selten betroffen, können sich aber durch das Fressen infizierter Mäuse anstecken. Zwischen Infektion und ersten Beschwerden liegen beim Menschen 5 bis 15 Jahre.
Zum Schutz empfiehlt die AGES unter anderem gründliches Händewaschen nach Garten- und Erdarbeit und nach Hundekontakt, das Waschen von Beeren, Pilzen und Gemüse sowie die regelmäßige, fachgerechte Entwurmung von Hunden. Ob Ihr Tier ein erhöhtes Risiko hat, etwa weil es Mäuse jagt, klären wir im Rahmen der Parasitenberatung.
Ihr Tier in besten Händen.
Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren? Wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihr Tier.