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Tiergesundheit & FAQ

Ernährung – häufige Fragen zu Futter und Gewicht

Die richtige Ernährung trägt wesentlich zur Gesundheit bei. Hier finden Sie Antworten zu Übergewicht, Körperkondition, Rohfütterung und Leckerlis.

Was kann ich bei Übergewicht meines Tieres tun?

Bei Übergewicht hilft eine schrittweise, tierärztlich begleitete Gewichtsreduktion mit genau abgemessener Futtermenge, angepasstem Futter und mehr Bewegung.

Am Anfang steht eine Untersuchung, um Erkrankungen auszuschließen, die eine Gewichtszunahme begünstigen, und um Körperkondition und Muskelmasse zu beurteilen. Daraus ergibt sich ein Zielgewicht und eine passende tägliche Futtermenge. Wiegen Sie das Futter ab, statt es nach Augenmaß zu geben, und rechnen Sie Leckerlis und Kauartikel in die Tagesration ein. Ich empfehle, das Gewicht schrittweise zu senken und regelmäßig zu kontrollieren, damit die Abnahme weder zu schnell noch zu langsam verläuft.

Der Plan richtet sich nach Tierart, Alter, Gelenkgesundheit und Vorerkrankungen: Ein Hund mit Arthrose braucht eine schonende Bewegungsform, eine Katze profitiert von Spiel und Futtersuchspielen. Katzen dürfen nicht radikal fasten, weil das gesundheitlich gefährlich werden kann. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann Gelenke entlasten und die Beweglichkeit verbessern.

Wie erkenne ich, ob mein Tier das richtige Gewicht hat?

Ob Ihr Tier das richtige Gewicht hat, lässt sich am besten mit dem Körperkonditionswert (Body Condition Score) beurteilen – also durch Ansehen und Abtasten, nicht allein mit der Waage.

Die WSAVA stellt dafür Bewertungsskalen zur Verfügung. Bei idealer Körperkondition sind die Rippen unter einer dünnen Fettschicht gut tastbar, von oben ist eine Taille erkennbar und der Bauch ist von der Seite gesehen leicht hochgezogen. Sind die Rippen kaum zu ertasten oder fehlt die Taille, liegt meist Übergewicht vor. Zusätzlich wird die Muskelmasse beurteilt, weil ältere oder kranke Tiere Muskeln abbauen können, ohne dass sich das Gewicht stark verändert.

Rassetypische Unterschiede und das Alter spielen bei der Bewertung eine Rolle. Laut WSAVA gehört eine Beurteilung des Ernährungszustands zu jeder tierärztlichen Untersuchung. Gerne zeigen wir Ihnen bei Ihrem nächsten Besuch, wie Sie die Körperkondition Ihres Tieres selbst einschätzen können.

Was ist bei BARF und Rohfütterung zu beachten?

Rohfütterung ist mit zwei wesentlichen Risiken verbunden: Krankheitserreger im rohen Fleisch und Nährstoffungleichgewichte bei nicht fachgerecht berechneten Rationen.

In einer niederländischen Untersuchung von 35 handelsüblichen gefrorenen Rohfutterprodukten wurden häufig potenziell auf Menschen übertragbare Bakterien gefunden, darunter Listerien, Salmonellen und antibiotikaresistente E. coli, sowie Parasiten wie Toxoplasma. Diese Erreger können das Tier krank machen und über Kot, Speichel oder Futterreste auch Menschen im Haushalt gefährden. Eine Studie der Universität München an 95 BARF-Rationen erwachsener Hunde ergab bei 60 Prozent mindestens ein relevantes Ungleichgewicht, etwa zu wenig Kalzium, Jod, Zink, Kupfer oder Vitamin A.

Besonders bei Welpen, Jungtieren, älteren oder kranken Tieren und in Haushalten mit Kleinkindern, Schwangeren oder immungeschwächten Menschen ist Vorsicht geboten. Wenn Sie roh füttern möchten, sind eine fachkundig berechnete Ration und strenge Küchenhygiene unerlässlich. Wir besprechen gerne mit Ihnen, ob und wie das für Ihr Tier infrage kommt.

Wie viele Leckerlis sind in Ordnung?

Leckerlis sind in Ordnung, solange sie nur einen kleinen Teil der täglichen Energiezufuhr ausmachen und von der Hauptmahlzeit abgezogen werden.

Leckerlis, Kauknochen und Essensreste liefern oft mehr Kalorien, als man vermutet, decken aber in der Regel nicht den gesamten Nährstoffbedarf. Werden sie zusätzlich zur vollen Futterration gegeben, ist Übergewicht eine häufige Folge. Ich empfehle daher, alle Leckerlis in die Tagesration einzurechnen. Gut geeignet ist es, einen Teil des normalen Futters als Belohnung zu verwenden, etwa beim Training.

Wie viel Spielraum besteht, hängt von Gewicht, Aktivität und Gesundheitszustand Ihres Tieres ab. Bei Tieren mit Übergewicht, Futtermittelunverträglichkeiten oder Erkrankungen, die eine spezielle Diät erfordern, sollten Leckerlis mit uns abgestimmt werden. Manche Lebensmittel für Menschen sind für Tiere ungeeignet – fragen Sie im Zweifel nach.

Ihr Tier in besten Händen.

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