Tiergesundheit & FAQ
Hunde – häufige Fragen zur Gesundheit
Antworten auf Fragen, die uns Hundehalterinnen und Hundehalter häufig stellen – von Impfungen über Parasiten bis zu Schmerzen, Gewicht und Verdauung.
Die Antworten geben einen fachlich fundierten Überblick. Sie ersetzen keine Untersuchung: Welche Maßnahmen für Ihren Hund passen, besprechen wir gerne persönlich in der Praxis.
Welche Impfungen benötigt mein Hund?
Jeder Hund sollte die sogenannten Core-Impfungen gegen Staupe, Parvovirose und ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis) erhalten; weitere Impfungen richten sich nach seinem persönlichen Risiko.
Die internationalen Impfleitlinien der WSAVA unterscheiden zwischen Core-Impfungen, die jedes Tier braucht, weil die Erkrankungen schwer verlaufen und verbreitet sind, und Non-Core-Impfungen. Zu Letzteren zählen etwa Leptospirose oder Zwingerhusten. Die Tollwutimpfung ist für Reisen innerhalb der EU vorgeschrieben und wird im EU-Heimtierausweis eingetragen.
Welche Non-Core-Impfungen für Ihren Hund sinnvoll sind, hängt von seiner Lebensweise ab: Kontakt zu vielen anderen Hunden, Aufenthalte in Hundepensionen, Ausstellungen, Reisen oder häufiges Baden in stehenden Gewässern verändern das Risiko. Auch Alter und Vorerkrankungen fließen in die Entscheidung ein. Wir stellen den Impfplan gemeinsam mit Ihnen beim Gesundheitscheck zusammen.
Welche Auffrischungsintervalle sind sinnvoll?
Sinnvolle Auffrischungsintervalle unterscheiden sich je nach Impfstoff: Manche Impfungen schützen nach abgeschlossener Grundimmunisierung mehrere Jahre, andere müssen jährlich wiederholt werden.
Nach den WSAVA-Leitlinien halten die Core-Impfungen gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis bei erwachsenen Hunden, die mit modifizierten Lebendimpfstoffen grundimmunisiert wurden, meist mehrere Jahre vor. Der Schutz gegen Leptospirose ist dagegen kürzer und wird in der Regel jährlich aufgefrischt. Für die Tollwut gibt der jeweilige Impfstoff die Gültigkeitsdauer vor, die für Reisen maßgeblich ist.
Entscheidend sind die Impfgeschichte Ihres Hundes, sein Alter, sein Gesundheitszustand und sein Ansteckungsrisiko. Unabhängig vom Impfintervall empfehle ich einen jährlichen Gesundheitscheck, damit Veränderungen früh auffallen. Bei diesem Termin prüfen wir, welche Impfung tatsächlich fällig ist.
Wann benötigt mein Hund eine Parasitenbehandlung?
Ob und wie oft Ihr Hund gegen Würmer, Flöhe oder Zecken behandelt werden sollte, hängt von seinem individuellen Ansteckungsrisiko ab – ein einheitliches Intervall für alle Hunde gibt es nicht.
Ich empfehle, die Häufigkeit von Entwurmungen oder Kotuntersuchungen nach Haltung, Fütterung, Kontakt zu anderen Tieren und Reisen festzulegen. Ist das Risiko unbekannt, werden mindestens vier Behandlungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr empfohlen. Kotuntersuchungen sind eine Alternative zur routinemäßigen Entwurmung. Beim Schutz vor Zecken und Flöhen spielen Region, Jahreszeit und Lebensweise eine Rolle.
Ein Hund, der Mäuse frisst, roh gefüttert wird, viel im Wald unterwegs ist oder mit Kleinkindern zusammenlebt, braucht meist einen anderen Plan als ein Hund mit geringem Risiko. Auch Reisen in den Süden können zusätzliche Maßnahmen erfordern. Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen einen passenden Schutzplan.
Wie erkenne ich Schmerzen bei meinem Hund?
Schmerzen zeigen sich beim Hund vor allem über Veränderungen im Verhalten – Jammern oder Winseln ist dagegen eher die Ausnahme.
Hinweise können sein: Ihr Hund steht schwerer auf, zögert vor Stiegen oder dem Sprung ins Auto, geht kürzere Runden, hechelt in Ruhe, leckt eine bestimmte Körperstelle, frisst schlechter, zieht sich zurück oder reagiert gereizt bei Berührung. Auch eine veränderte Körperhaltung, etwa ein aufgekrümmter Rücken, kann auf Schmerzen hinweisen. Die Leitlinien von AAHA und WSAVA betonen, dass besonders chronische Schmerzen, zum Beispiel bei Arthrose, häufig übersehen und als normales Altern gedeutet werden.
Wie deutlich ein Hund Schmerz zeigt, hängt von seinem Temperament, seiner Rasse und seinem Alter ab. Notieren Sie Veränderungen, die Ihnen auffallen, und bringen Sie im Zweifel ein kurzes Video mit. Geben Sie Ihrem Hund bitte keine Schmerzmittel ohne tierärztliche Rücksprache.
Wann ist eine Lahmheit abklärungsbedürftig?
Eine Lahmheit sollte tierärztlich abgeklärt werden, wenn sie nicht rasch deutlich besser wird, wiederkehrt, sich verschlechtert oder Ihr Hund das Bein gar nicht belastet.
Lahmheit ist fast immer ein Zeichen von Schmerz oder einer Funktionsstörung. Mögliche Ursachen reichen von Verletzungen an Pfote oder Kralle über Bänderrisse und Gelenkentzündungen bis zu Fehlentwicklungen im Wachstum oder Arthrose im Alter. Durch die Untersuchung des Gangbilds, das Abtasten von Gelenken und Muskeln und bei Bedarf ein Röntgenbild lässt sich die Ursache meist eingrenzen.
Bei jungen, wachsenden Hunden großer Rassen sollte eine Lahmheit besonders früh abgeklärt werden. Bei älteren Hunden entwickelt sich eine Lahmheit oft schleichend und zeigt sich etwa als Steifheit nach dem Aufstehen. Übergewicht verstärkt die Belastung der Gelenke. Eine frühe Diagnose eröffnet mehr Möglichkeiten, die Beweglichkeit zu erhalten.
Was bedeutet Übergewicht für die Gesundheit meines Hundes?
Übergewicht ist für Hunde ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko: Es ist mit Gelenkerkrankungen, Stoffwechsel-, Herz- und Atemwegsproblemen sowie einer kürzeren Lebenserwartung verbunden.
Fettgewebe ist stoffwechselaktiv und belastet den Körper nicht nur durch das zusätzliche Gewicht. In einer lebenslangen Studie an Labrador Retrievern lebten schlank gehaltene Hunde im Median rund zwei Jahre länger und entwickelten chronische Erkrankungen wie Arthrose später als ihre normal gefütterten Wurfgeschwister. Fachgesellschaften wie die AAHA weisen darauf hin, dass Übergewicht bei Hunden sehr häufig ist.
Ob Ihr Hund zu schwer ist, lässt sich am Körperkonditionswert (Body Condition Score) besser beurteilen als an der Waage allein: Die Rippen sollten gut tastbar und eine Taille erkennbar sein. Kastration, Alter, Rasse und wenig Bewegung erhöhen die Neigung zu Übergewicht. Eine Gewichtsreduktion sollte schrittweise und mit regelmäßigen Kontrollen erfolgen.
Welche Anzeichen können auf Zahnprobleme hindeuten?
Typische Hinweise auf Zahnprobleme sind Mundgeruch, gelblich-braune Beläge, gerötetes Zahnfleisch, vermehrtes Speicheln und ein verändertes Fressverhalten.
Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis) gehören laut AAHA-Leitlinie zu den häufigsten Erkrankungen bei Hunden. Sie beginnen mit Zahnbelag, der zu Zahnstein verhärtet und das Zahnfleisch entzündet. Unbehandelt kann sich die Entzündung in die Tiefe ausbreiten und Zähne lockern. Weitere Anzeichen sind einseitiges Kauen, Fallenlassen von Futter, Scharren an der Schnauze, abgebrochene Zähne oder eine Schwellung unter dem Auge.
Viele Hunde fressen trotz Zahnschmerzen weiter, deshalb gehört der Blick ins Maul zu jeder Vorsorgeuntersuchung. Tägliches Zähneputzen gilt als wirksamste häusliche Vorbeugung. Eine gründliche Zahnreinigung mit Beurteilung unterhalb des Zahnfleischrands ist nur in Narkose möglich.
Wann muss ich bei Erbrechen oder Durchfall zum Tierarzt?
Kommen Sie zu uns, wenn Erbrechen oder Durchfall länger als einen Tag anhalten, sich häufen oder Ihr Hund zusätzlich matt wirkt, nicht frisst oder Schmerzen zeigt.
Einmaliges Erbrechen oder ein kurzer, leichter Durchfall bei einem sonst munteren Hund bessert sich oft von selbst. Wiederholtes Erbrechen kann jedoch rasch zu Flüssigkeitsverlust, Schwäche und Störungen im Salzhaushalt führen. Gründe für eine genauere Untersuchung sind unter anderem Erbrechen öfter als ein- bis zweimal am Tag, Blut, Bauchschmerzen, Fieber und Gewichtsverlust.
Welpen, sehr alte Hunde und Hunde mit Vorerkrankungen trocknen schneller aus und sollten früher vorgestellt werden. Bei ungeimpften Welpen kann blutiger Durchfall auf Parvovirose hinweisen. Hat Ihr Hund möglicherweise etwas Giftiges oder einen Fremdkörper verschluckt, warten Sie bitte nicht ab.
Ihr Tier in besten Händen.
Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren? Wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihr Tier.